
Lichtdurchflutet
Wer eine der Führungen mitmacht, kann erleben, wie vielfältig die Gebäude der Tabakfabrik sind: Das über 200 Meter lange Hauptgebäude entlang der Ludlgasse wird von einem Stahlgerippe getragen, das auch im Gebäude stetig durch Säulen präsent ist, und ist aufgrund seiner fast durchgängigen Fensterfronten lichtdurchflutet. Andere Gebäudebereiche, wie beispielsweise die großen Lagerhallen, wirken oft bedrückend mit Tabakgeruch in der Luft und Neonbeleuchtung aufgrund fehlender Fenster. Dazwischen immer wieder imposante Hallen und endlos scheinende Stiegenhäuser.
Vielfältige Nutzung
Während eines Rundgangs auftauchende Ideen, wie das Areal in Zukunft gestaltet werden können, können im Anschluss an den Besuch mit der von der Stadt Linz in Auftrag gegebenen Vorstudie zu Nutzungsszenarien der ATW-Gebäude verglichen werden. Robert Bauer von der Linzer Kepler Univerität entwirft dabei drei Szenarien: „Kreativstadt“, „Exzellenz“ und „Jugend, Toleranz und Material“. Dabei wird ersichtlich, dass so ein vielfältiges Areal auch vielfältig genutzt werden muss: Neben Bildungseinrichtungen soll auch Raum für Kulturschaffende, Wohnraum und Büro- bzw. Geschäftsflächen geschaffen werden.
Damit beschäftigt sich die stadteigene Tabakfabrik-Entwicklungsgesellschaft – in deren Aufsichtsrat tüfteln unter Vorsitz von Stadtrat Johann Mayr VertreterInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst an Konzepten. Linz ist eine offene Stadt der Vielfalt und mit diesem Stadtentwicklungsprojekt wird dieser Weg nun auch konsequent fortgesetzt. Adaptierungen von Gebäuden dieser Art, zeigen, dass auch bauliche Maßnahmen möglich sind, ohne dabei mit dem Denkmalschutz in Konflikt zu geraten.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Führungen durch das Areal sind in jedem Fall empfehlenswert, um den Ausgangspunkt eines der wichtigsten Linzer Stadtenwicklungsprojekte begutachten zu können. Wenn es nach dem Architekten Lorenz Potocnik geht, könnte sich die Stadt noch zehn, fünfzehn Jahre Zeit lassen, um Ideen für die Nutzung zu entwickeln und dann erst die Baukräne auffahren. Wenn es nach mir geht, sollten die Linzerinnen und Linzer dann schon längst die Möglichkeit haben, beim Spaziergang durch das Areal zu sehen, wie das Potential dieses Ortes genutzt worden ist.
Vorstudie zur Nutzung des Areals der ATW Linz
Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag: 10 – 18 Uhr
Donnerstag: 10 – 21 Uhr
Montag geschlossen